„Achtung,
Achtung – hier ist Königs Wusterhausen auf Welle 2700“ – erinnern Sie
sich noch an diese Ansage? Nein, natürlich nicht. Geht ja gar nicht. Das
ist ja 105 Jahre her. Das war der erste Satz im deutschen Rundfunk,
quasi die Geburtsstunde des Hörfunks in Deutschland im Jahr 1920.
Gegeben wurde ein Konzert, gespielt von Angestellten der Deutschen
Reichspost mit Klarinette, Streichern, Klavier und Harmonium. Das war
aber nur eine Testsendung. In den ersten Jahren war der Rundfunk noch
nicht öffentlich. Vielmehr versorgte er Banken mit offiziellen
Wirtschaftsnachrichten und Zeitungsredaktionen mit staatlich geprüften
Informationen. Für Privatleute war Radiohören noch streng verboten. Das
änderte sich erst 1923.
Nach 1933 wurde Radiohören dann sogar
Pflicht, abgesehen vom Hören der „Feindsender“ natürlich. Der
staatsferne öffentlich-rechtliche Rundfunk, wie wir ihn heute kennen,
entstand in Deutschland erst vor 75 Jahren. Was wir an ihm haben,
verstehen wir vielleicht erst so richtig angesichts der Flut der
Falschinformationen, die uns aus den Sozialen Netzwerken überschwemmt.
Gerade in Zeiten sozialer „Mitmach-Medien“, „Bürgerjournalisten“ und der
Jeder-Immer-Alles-Verfügbarkeit von Informationen im Internet, halte
ich die Funktion des professionellen unabhängigen Journalismus und der
qualitativ hochwertigen Unterhaltung und Kulturvermittlung für
unverzichtbar. Deshalb muss die Zukunft des öffentlich-rechtlichen
Rundfunks gesichert werden. Nirgendwo bekommt man mehr für monatlich
18,36 Euro!
Vielleicht sind Sie ja anderer Meinung. Schreiben Sie mir gerne.
Ihr
Michael Kausch