DMEA 26 Von der Spree an die Isar

Tschüss Berlin, Grüß Gott München – DMEA 26 im Zeichen des Umzugs

KI, KIS und Sicherheit – wie kann IT dazu beitragen, die Effizienz in der Gesundheitsversorgung zu steigern, um mit dem Kostendruck und steigenden Bedarf an Gesundheitsleistungen Schritt zu halten. Das waren die wesentlichen inhaltlichen Themen auf der DMEA 26, die vom 21. bis 23. April zum letzten Mal in Berlin stattfand. Überlagert wurden die Inhalte jedoch ein wenig von der Frage, wo sich die Aussteller im nächsten Jahr zusammenfinden werden: München oder Berlin?

Denn die traditionelle Marke DMEA zieht mit ihrer Messe nach München um, das ist beschlossene Sache. Die Messe Berlin versucht den Verlust gemeinsam mit dem BITKOM wett zu machen, indem sie eine Veranstaltung namens Smart Health Europe ins Leben ruft. Das alles an sich wäre noch kein Grund für eine mehr oder weniger offene Aufregung. Was jedoch Aussteller, Besucher und Journalisten gleichermaßen ärgerte, ist, dass beide Veranstaltungen zum gleichen Termin stattfinden sollen. Praktisch jedes Gespräch auf der Messe endete mit einem „Wir sehen uns nächstes Jahr in München – oder geht ihr nach Berlin?“

Wo bleiben die Aussteller?

Danach folgte dann der Austausch über das Unverständnis, wie man als Veranstalter, sei es als DMEA oder Messe Berlin, auf die Idee kommen kann, den Termin auf das gleiche Datum zu setzen. Besonders treffend brachte es die Messeverantwortliche eines größeren Standes auf den Punkt: „respektlos gegenüber den Austellern“. Statt seine Kunden, die Aussteller, bestmöglich zu bedienen, stellt man sie vor die Wahl, sich zwischen zwei nahezu identischen Veranstaltungen entscheiden zu müssen. Man kann hier lange diskutieren, wer im Vorteil ist: der BITKOM mit den IT-Schwergewichten im Vorstand oder die DMEA mit dem IT-Branchenverband bvitg in der Waagschale.

Messe München selbstbewusst

Was man von den Vertretern der Messe München hörte, die selbstbewusst auf dem DMEA Stand Werbung machten, haben wichtige Aussteller, darunter auch Gold Sponsoren bereits für München zugesagt, so die Aussage am zweiten Messenachmitttag. Außerdem hätten viele Aussteller, darunter auch die überwiegende Mehrheit der Silber Partner, bereits ein klares Bekenntnis zum Standort München abgegeben. Während die DMEA für die Münchner Messe mit Wiesnherzen und Sprüchen, wie „Von der Spree an die Isar“ oder „Ich helfe gerne beim Umzug nach München“ trommelte, beschränkte sich Berlin auf die Slogans in den Ein- und Ausgangsdisplays „Berlin loves Digital Health“ und „Can‘t wait to see you in 2027 here in Berlin.“ 

Messe Berlin goes international

Vielleicht lassen sich aus dem deutschen und englischen Motto auch schon die Ambitionen der Veranstalter ablesen: angeblich plant die Smart Health Europe eine Veranstaltung mit internationalerer Ausrichtung, der unscheinbare Stand der Smart Health Asia könnte ein Vorbote sein. Während die DMEA von München aus ihre Ausrichtung auf den deutschsprachigen Raum – Deutschland, Österreich und die Schweiz – verstärken könnte. Wenngleich langjährige Branchenkenner hinter vorgehaltener Hand munkelten, dass auch ein Scheitern der Berliner Smart-Health-Ambitionen nicht ausgeschlossen sei, „dett is Berlin“, eben. 

DMEA 26 – positiv, wenn die Vorbereitung stimmte 

Ansonsten können wir nach zwei Tagen Messe ein sehr positives, wenngleich nicht euphorisches Fazit der DMEA 2026 ziehen – auch wenn es für eine endgültige Bewertung noch zu früh ist. Gefühlt ist die Zahl der Messebesucher ein wenig zurückgegangen, auch wenn der offizielle Messenachbericht von sieben Prozent plus spricht (einen Link auf die Pressemitteilung gibt es derzeit nicht, da die DMEA auch die Website bis Juni umbaut); auch die Qualität war unter den Besuchern schwerer zu finden, berichten Aussteller. Messe ist eben nicht nur Organisation der Präsenz als Aussteller, sondern erfordert auch im Vorfeld zahlreiche Maßnahmen, damit ein Messe-Engagement erfolgreich wird.

Die Zeiten, als es genügte, nur einen Stand aufzubauen, sind längst vorbei. Die Qualität der Besucher ist durchwachsen, es gilt bei der Menge der Kontakte die Spreu vom Weizen zu trennen oder – mindestens genauso wichtig – im Vorfeld bereits bekannte Kontakte oder sogar gesicherte Interessenten und auch Kunden ebenfalls auf die Messe zu bringen. Außerdem sollte man die Chance nutzen, sich vor Ort mit potenziellen Partnern persönlich zu treffen; kaum ein Unternehmen kann noch alleine am Markt bestehen, vor allem für Anbieter horizontaler (branchenneutraler) Lösungen sind branchenspezialisierte Partner der Weg zu neuen Kunden.

Weiterhin wichtig: Branchenpresse

Abschließend, aber durchaus relevant, ist die Branchenfachpresse zu erwähnen, die man ebenfalls auf einer Messe trifft. Im Falle der DMEA, einer Nischenmesse in der Branche, naturgemäß in geringerer Anzahl, doch waren Medienschaffende aller wesentlichen Publikationen vor Ort. So bietet sich auch hier bei entsprechender Vorarbeit die Möglichkeit der Information und Kontaktpflege sowie des Austauschs. Einige der Hintergrundinformationen zum Scharmützel um DMEA und Smart Health Europe stammen aus üblicherweise „gut informierten“ Journalistenkreisen.

Gehört immer noch zur Messe dazu: Fachpresse
Gehört immer noch zur Messe dazu: Fachpresse

Wir sehen uns in München, sowieso

Als PR-Agentur mit Sitz in München werden wir natürlich im nächsten Jahr auf der DMEA beim Heimspiel in der bayerischen Landeshauptstadt für unsere Kunden dabei sein – ob wir einen Abgesandten in die Bundeshauptstadt schicken müssen, wird sich erst noch entscheiden.

Fuß nach dem Messebesuch: Wundechttplastiken, dürfen auf keiner Healthcare-Messe fehlen.
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Illustrationen © xxx – stock.adobe.com

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