
So finden Sie Angebote für nachhaltige Reisen
Dies ist ein Sommerloch-Beitrag oder ein Ratgeber für die Urlaubsplanung – ganz wie Sie wollen. Garantiert frei von PR und Marketing.
Wer immer es kann, tut gut daran, ESG in die Unternehmens- und Vertriebskommunikation einzubauen: auf der eigenen Webseite, in Dossiers, in Presseinformationen und Artikel in Fachmedien. Auch die überregionale Presse goutiert ESG-Maßnahmen. ESG-Kommunikation ist nicht nur eine gute Reputationspflege, sondern auch im Vertrieb von Vorteil.
Der regulatorische Rahmen für Umweltschutz, Sozialkultur und gesetzestreue Unternehmensführung ist geschaffen – bald. Die Vorschriften für die Darlegung von Maßnahmen im Lagebericht von Unternehmen sind im Anmarsch. Knapp vier Jahre sind seit der EU-Direktive verstrichen. 2026 steht wenigstens schon mal ein Regierungsentwurf. Es ist der zweite Anlauf, denn die Bundesregierung hat die erste Frist gerissen, weil Kanzler Olaf Scholz die Ampel auf Rot switchte. Es sieht ganz danach aus, als sollte die EU CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive) 2026 in nationales Recht umgesetzt werden.
Bei Licht betrachtet, nahm die Nachhaltigkeitsdebatte 1972 mit dem Bericht des „Club of Rome“ zur „Lage der Menschheit“ unter dem Titel „Die Grenzen des Wachstums“ an Fahrt auf. Ein halbes Jahrhundert später hat sich die Weltgemeinschaft dem Thema ernsthaft angenommen. Die Vereinten Nationen schrieben im September 2015 die „Agenda 2030“ nieder und definierten in den „SDG Sustainable Development Goals“ 17 Kriterien, die als Leitplanken für ein gutes Leben von Mensch, Tier und Umwelt auf unserem Planeten sorgen sollen. Die Bundesregierung von Kanzler Gerhard Schröder hat 2002 aus dieser UN „Agenda 2030“ eine „Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie“ (DNS) abgeleitet und auf rund 160 Seiten aufgeschrieben, was hierzulande zu tun ist, zu tun wäre.
Als die UN diese Ziele formuliert hat, war 2030 noch ziemlich weit weg. Jetzt ist es in vier Jahren soweit. Wirklich viel hat die Menschheit nicht erreicht, abgesehen davon, dass das meiste schlimmer geworden ist, meine Meinung. Vielleicht sehen Sie es ja anders, wenn Sie sich die 17 Kriterien selbst ansehen.
Erst seit 2022 ist die EU CSRD in Kraft. Sie versucht zu definieren, worüber Unternehmen in Lageberichten Nachweise zu erbringen haben. „Versucht“ deshalb, weil in der EU inzwischen eine Kommission daran arbeitet, zu relativieren und erhebliche Erleichterungen einzuführen. Gemäß aktuellem Diskussionsstand würde dadurch die Anzahl der berichtspflichtigen Unternehmen in Deutschland zum Beispiel um etwa 90 Prozent sinken, da der Schwellenwert der Mitarbeiterzahl von 500 auf 1.000 angehoben werden soll. In Deutschland, so sagt es der Regierungsentwurf auf Seite 4, wären damit nur noch rund 3.900 Unternehmen berichtspflichtig.
Wie auch immer das Gesetz aussehen wird, sicher ist, dass sich große Unternehmen und Wirtschaftsprüfer darauf einstellen müssen. Viele Unternehmen haben die rechtliche Verpflichtung aber nicht abgewartet – und das aus gutem Grund. Die ESG-Direktive ist für sie nämlich nicht nur ein Marketing-Argument. Die ESG-Analyse im Rahmen des Lageberichts geriert sich zum Werkzeug für die Erfassung und Steuerung von zukünftigen Chancen und Risiken des Unternehmens insgesamt.
Die Wirtschaftsprüfung und Unternehmensberatung KPMG erläutert das in ihrer Studie „Sustainability. Value Creation.“ vom Januar 2026 so (in Übersetzung; Download des Doks auf der Webseite möglich): „Doch die Gespräche, die heute in Vorstandsetagen geführt werden, zeigen eine wichtige Veränderung: Führungskräfte suchen zunehmend nach Wegen, Nachhaltigkeit zu nutzen, um strategische Entscheidungen zu steuern, Risiken zu mindern und einen klar unterscheidbaren Mehrwert in ihren Märkten zu schaffen. Das Konzept der Sustainability Value Creation spiegelt diese Entwicklung wider – die Idee, dass Nachhaltigkeitsaktivitäten messbare Geschäftsergebnisse unterstützen und die Fähigkeit einer Organisation stärken sollten, mit Volatilität umzugehen, Innovation voranzutreiben und sich von Wettbewerbern abzuheben.“
Welche Unternehmen sind damit gemeint? Das „Handelsblatt“ veröffentlichte 2024 eine entsprechende Analyse der „Scope Group“, einer europäischen Rating-Agentur und Marktforschungsinstituts. 40 DAX-Unternehmen hat das ESG-Team von Scope analysiert und eine Liste der 20 bei der ESG-Dokumentation führenden deutschen Unternehmen veröffentlicht. Auf Platz 1 rangiert die Deutsche Telekom, aber es finden sich darin auch Autobauer wie die „Mercedes-Benz Group“ auf Platz 11 und die „Porsche AG“ auf Platz 13. Mit ihnen verbindet man auf den ersten Blick nicht unbedingt Nachhaltigkeit. Aber darum geht es in diesem Ranking nicht. Es bezieht sich nur auf die Qualität der ESG-Berichte.
Das Bewusstsein für nachhaltigen Konsum ist in der deutschen Gesellschaft vorhanden. Es wird immer wieder angefacht durch verschiedene Diskussionen wie die um Erneuerbare Energien, E-Mobilität, Fleischkonsum, Reparaturpflicht von Herstellern, Fast-Fashion und mangelhafte Waren aus Asien. Doch vom Bewusstsein bis zum konsequenten Kaufverhalten liegt ein Schritt, der häufig noch fehlt. Der „Handelsverband Deutschland, HDE“, veröffentlicht 2024 in seinem „Konsummonitor Nachhaltigkeit 2024“ die Umfrageergebnisse unter 1.500 Personen: 66 Prozent der Befragten sind sich bewusst, dass Nachhaltigkeit wichtig ist. Aber nur 48 Prozent kaufen entsprechend ein.
Diese Zahlen ermutigen dazu, Nachhaltigkeit und ESG-Kriterien in die Markenkommunikation aufzunehmen, um zu den Vorreitern zu gehören, die nicht auf gesetzliche Verpflichtungen warten, sondern ESG aus Überzeugung praktizieren: ein sichtbares Zeichen von unternehmerischer Weitsicht und ethischer Verantwortung. Denn die Anzahl der Menschen, die Nachhaltigkeit im konkreten Kaufverhalten umsetzen, dürfte steigen. Erkennbar ist dieser Trend zum Beispiel bei den Angeboten von nachhaltigen Urlaubsreisen. Die Anzahl der Anbieter ist so groß, dass es schon wieder unübersichtlich ist. Ohne eine entsprechend hohe Nachfrage, wäre dieses große Angebot sicher nicht vorhanden.
Auch das „Kompetenzzentrum nachhaltiger Konsum“, das seit 2024 im Rahmen des „Nationales Programm für nachhaltigen Konsum“ (NPNK) umfassend Daten zu 20 Indikatoren erfasst, sieht in ausgewählten Bereichen einen positiven Trend.
Direkte positive Auswirkungen auf Umsatz und Gewinn haben die ESG-Kriterien bei Aufträgen der öffentlichen Hand. Deren Auftraggeber sind angehalten, neben wirtschaftlichen Aspekten auch die Nachhaltigkeit des Produktionsprozesses und der Langlebigkeit der Produkte zu berücksichtigen. Im B2B-Bereich gehört die Öffentliche Verwaltung mit einem jährlichen Auftragsvolumen in Höhe eines „dreistelligen Milliardenbetrages“ zu den attraktivsten Beschaffern. ESG ist hier ein zentraler Bestandteil des Vergaberechts gemäß § 97 Absatz 3 GWB: „Bei der Vergabe werden Aspekte der Qualität und der Innovation sowie soziale und umweltbezogene Aspekte nach Maßgabe dieses Teils berücksichtigt.“
Das Umweltbundesamt unterstützt mit detaillierten Empfehlungen alle öffentlichen Auftraggeber bei einer umweltfreundlichen Beschaffung. Für Bewerber um öffentliche Aufträge liefert das „Deutsche Vergabeportal“ Tipps und Anleitungen.
Die Geschichte der ESG-Kommunikation reicht bis in die 1970er Jahre zurück. Ihre Verankerung in der Wirtschaft nimmt stetig zu, ihre Relevanz für Marketing und Vertrieb steigt. Berichtspflichtige, große Unternehmen müssen ESG-Analysen vorlegen, alle anderen können sich im Markt und Wettbewerbsumfeld schon heute einen Bonus sichern, denn das Bewusstsein für Nachhaltigkeit und nachhaltigen Konsum wächst bei privaten Konsumenten ebenso wie im B2B. Das praktizierte unternehmerische Engagement für Umwelt, Soziales und gesetzeskonforme Unternehmensführung in die Unternehmenskommunikation aufzunehmen, ist daher zu empfehlen.
PS: Eine persönliche Anmerkung zu diesem Beitrag: Als ich mit den Recherchen begonnen habe, war ich der Ansicht, dass das Thema Nachhaltigkeit und Umweltschutz für die Regierung ein Randthema sei. Während des Beitrags, der übrigens ohne KI-Redaktion entstanden ist, bin ich auf unüberschaubar viele Kommissionen, Institutionen und andere behördliche Einrichtungen gestoßen, die sich ausschließlich dem Thema Nachhaltigkeit widmen. Der Newsletter des Bundesumweltamtes überrascht zum Beispiel nahezu täglich mit wissenschaftlichen Studien oder Gutachten im Zusammenhang mit Dekarbonisierung und Erneuerbaren Energien. Ob diese allerdings in die Umweltpolitik und den Klimaschutz einfließen, das steht auf einem anderen Blatt.
Fotos: Bildmontage aus
Wald: Pixabay CCL von Kanenori
Team: Pixabay CCL von this-is-engineering-team
Justitia: Pixabay CCL von Williamcho

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Hundert Tage Schonfrist wird Politikern und neuen Regierungen nach Amtsantritt üblicherweise zustanden. Würde dieses Stillhalteabkommen auch für Gesetze gelten, müsste sich das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz dieser Tage
Das Lebenselixier von Werten ist ihre Würdigung. Jedes sichtbare und freiwillige Einstehen für Werte stärkt ihre Wirkmacht. Es gilt auch: Je mehr umso besser. Je