Screenshot der Webseite von vibrio.

Praxisbericht: So entsteht eine neue Website

Es ist nicht irgendeine Webseite, deren komplette Erneuerung ich Ihnen schildere. Es ist unsere eigene, die vibrio.eu. Nach rund sechs Monaten Entwicklungszeit ist sie am 26. Januar online gegangen. Wie sind wir dabei vorgegangen? 

Den Texten und der Designentwicklung und Programmierung war ein wochenlanger Prozess vorgelagert, in dem das gesamte Team das neue Agenturprofil erarbeitet hat. Diese Vorarbeit hat die meiste Zeit gekostet. Die Zielvorgabe war: Wir wollen uns schlanker aufstellen, präziser in der Positionierung sein und vor allem kurz und bündig erklären, wie Unternehmen, Organisationen und Institutionen von einer Zusammenarbeit mit vibrio profitieren. Kurz: Der Kundennutzen sollte im Mittelpunkt stehen. 

Abgrenzung zum Wettbewerb

Es ist das eine, zu beschreiben, was wir tun und welche Kenntnisse wir zu bieten haben. Es ist das andere, auf den Punkt zu bringen, wie Kunden davon profitieren. Die Schwierigkeit, die wir im Übrigen mit fast allen Unternehmen teilen, ist, dass wir mit unseren Leistungen nicht allein auf weiter Flur sind. Zig andere PR-Agenturen bieten ähnliche PR-Services für die gleichen Branchen an. Dennoch musste die Abgrenzung formuliert werden. Die folgenden Fragen haben wir uns gestellt:

  • Was ist unser Kern? vibrio fokussiert auf individuelle Kundenberatung und zielgruppenspezifische Content-Kreation.
  • Worin besteht unser Knowhow? Das gesamte Spektrum der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bieten wir für zwölf Branchen an.
  • Welchen Vorteil bieten wir darüber hinaus? Kunden briefen uns ein Mal und wir setzen die Kommunikationsarbeit im gesamten deutschsprachigen Raum aus einer Hand um.

 

Ich will es mit den obigen Beispielen dabei belassen, das wochenlange Ringen um ein prägnantes Firmenprofil zu beschreiben. Wichtig ist nur, dass jede neue oder zu renovierende Internetpräsenz vorab diese Diskussion braucht. Ansonsten verlieren sich die Texte im Ungefähren, werden schwammig und wenig überzeugend. Nach dem Abschluss dieses Wording-Prozesses kann auch die Struktur der Webseite leichter aufgebaut werden, als wenn dieser Schritt übersprungen wird.

Viel Content braucht permanente Pflege

Als nächstes haben wir uns der Frage gewidmet, wie der neue Stil unseres Auftritts sein soll. Der letzte komplette Neuaufbau unseres Internetauftritts stammt aus dem Jahr 2012, das letzte „Major Release“, um es im Jargon der Software-Leute zu sagen, aus dem Jahr 2018.

Damals waren sehr lange, Keyword-optimierte Texte der letzte Schrei. Sie zogen sich zum Teil über mehrere Bildschirmseiten hin. Das üppige Knowhow mochten zwar die Crawler, doch Leserinnen und Leser stolperten immer häufiger über echt antike Inhalte. Denn Google+ verschwand völlig von der Bildfläche, unter den Sozialen Netzwerken mauserte sich Instagram zu einer der wichtigsten Plattformen und auch die Beispiele für Krisenkommunikation im Falle eines Shitstorms hatten gehörig viel Patina angesetzt. Zwar schätzt es Google sehr, wenn Webseiten-Betreiber ihre Seiten pflegen und aktualisieren, doch irgendwann war unser Content insgesamt so überholt, dass punktuelle Aktualisierungen nicht mehr ausreichten.

Aus dieser Erfahrung heraus haben wir die Entscheidung getroffen, dass wir die statischen Webseiten für die Ewigkeit texten. Alle Beiträge, die sich auf das aktuelle Zeitgeschehen beziehen, wandern in den Blog. Corporate Blogs bieten nämlich das, was die KI-Suche liebt: nachweisliche Kompetenz im Kontext des Themas und sauber strukturierte Inhalte.

Wie geht das? Klarer, kürzer und dennoch SEO-optimiert

Zurzeit sagt die Marketingwelt: Suchmaschinenoptimierung (SEO) über Keywords ist tot, es gilt nur noch Generative Engine Optimization (GEO). Wir sehen das etwas anders. Ganz kurz gesagt: Keywords sind nach wie vor die Ankerpunkte für Crawler und KI-Systeme. Die Keyword-Analyse mit Tools wie Seobility und Sistrix haben uns dabei unterstützt, die passenden Begriffe zu wählen. GEO ergänzt diese um den Kontext, in dem die Begriffe eingebettet sind. So können KI-Systeme beim Abscannen des inhaltlichen Radius zu guten Resultaten kommen.
Das bedeutet kurz gesagt, dass die Masse eben nicht die Klasse schlägt. Die Webseite wird nicht deshalb besser gefunden, weil die Texte uferlose 20.000 Zeichen lang sind. Deshalb und weil wir unseren Leserinnen und Lesern durch strukturierte Inhalte eine bessere Usability bieten wollten, haben wir unseren Content um 50 bis 70 Prozent gekürzt.

Usability: klare Struktur in Text und Design

Wo holt man Leserinnen und Leser einer Website am Besten ab? Bei ihren Nöten und Anliegen. Wer auf die vibrio.eu kommt, will sich über eine PR-Agentur informieren. Dabei gibt es drei zentrale Anliegen

  • Beherrscht diese Agentur die Instrumente, die ich brauche? Ist sie zum Beispiel versiert in Krisenkommunikation oder Inbound Marketing?
  • Versteht diese Agentur meine Branche? Kennt sie sich in den Märkten für Gesundheitswesen oder Elektronik aus?
  • Passt diese Agentur zu meinem Budget?

Vielleicht ist die Reihenfolge auch eine andere. Wenn das Marketingbudget gekürzt wurde, gilt die Recherche einem Dienstleister, der günstiger ist. Aber am Ende ist die Reihenfolge der Motive egal. Wichtig ist, dass die Webseiten diese Fragen schnell und übersichtlich beantworten. Das haben wir durch die neue Struktur visuell umgesetzt. Unsere Kompetenzen sowie die Branchen, in denen wir Knowhow zu bieten haben, sind sowohl über das Dropdown-Menü zu erreichen als auch über große thematische Kacheln.

Die Beschreibung unserer Kompetenzen folgt dabei einem einheitlichen roten Faden:

  1. Was ist das Ziel dieser Maßnahme? Zum Beispiel, was bringt eigentlich „Employee Marketing“?
  2. Wie geht man bei dieser Maßnahme vor, was ist zu beachten? Was sind die Voraussetzungen im Unternehmen, um „Employee Marketing“ einzusetzen?
  3. Wie unterstützt mich die Agentur bei dieser Maßnahme? Kann mich vibrio bei der Einführung und Umsetzung von „Employee Marketing“ coachen?

Diese Fragen beantworten wir jetzt kurz und präzise. Wer tiefer einsteigen will, der klickt sich durch unseren Blog „Dampflog“, stöbert im Newsletter-Archiv nach interessanten Themen oder wandert zu LinkedIn, um sein Bild von der Agentur zu vervollständigen. Somit sind Website, Corporate Blog und Soziale Netzwerke drei Puzzle-Teile, die ein Bild ergeben.

Das Design: Ade Olympia

Apropos Bild: Wie entwickelt man das Webseiten-Design? Design folgt dem Zeitgeist oder dem persönlichen Geschmack. Bei uns war es Letzteres. Zum 20. Agenturjubiläum haben wir uns ein neues Corporate Design (CD) verpasst. Michael Kausch, ein Fan der Olympischen Sommerspiele in München 1972, hatte sich am Olympia-Farbfächer orientiert. 2012 gingen wir damit raus. Eine grundlegende Modifikation gab es 2018, als wir Symbolbilder durch persönliche Teamfotos ersetzt haben, jedoch immer noch in einem Farbraster, das an Olympia 72 angelehnt war.

Jetzt, 2025, folgte der harte Schnitt. Die Farben sind weg. Übrig geblieben ist Orange, das nach wie vor unsere Logo- und Leitfarbe ist. Sie wird jetzt als Schmuck- und Signalfarbe in den schwarz-weißen Themenfotos eingesetzt, um die Aufmerksamkeit des Betrachters anzuziehen. Das Design soll zurückhaltende Sachlichkeit ausstrahlen, schließlich sind wir keine bunte Werbeagentur.

Beim Bau einer neuen Internetpräsenz spielt das CD im Verbund mit der Corporate Identity (CI) eine große Rolle. Wie würde man die eigene Firma beschreiben? Avantgardistisch oder traditionell, sachlich oder persönlich, schlicht oder hipp? Das gibt schon mal eine grobe Richtung vor, mit der Web-Designer Layout-Vorschläge erarbeiten können. 

Die Technik: kurze Ladezeiten für Google und User

Mit ein Grund, warum wir uns zu einem neuen Webauftritt entschlossen haben, war die inzwischen in die Jahre gekommene Technik. Der Server hatte nicht mehr die Power, um unsere Seiten schnell zu laden. Auch litten wir, wie viele andere gut sichtbaren Web-Angebote, unter der massiv anwachsenden Anzahl von Zugriffen durch Robots, von gutmütigen KI-Robots, aber auch von gefährlichen Cyber-Angriffen. Das hatte negative Auswirkungen auf das Suchmaschinen-Ranking und damit für die Sichtbarkeit im Netz.

Das Ziel der Suchmaschine ist eine optimale User Experience. Lange Ladzeiten gehören nicht dazu. Auf Mobilgeräten ist eine niedrige Pagespeed noch fataler, denn Smartphone-Nutzende sind ungeduldiger als Desktop-User, die Absprungrate ist entsprechend höher. Für eine bessere Lade-Performance haben wir auch in leistungsfähigere Hardware investiert und betreiben einen eigenen Server in einem Rechenzentrum. Dies tun wir aus Performanz-, aber auch aus Sicherheitsgründen.

Um die laufende Aktualisierung unserer Inhalte zu vereinfachen, arbeiten wir mit dem Content-Management-System WordPress. Die Bedienung ist intuitiv und nach einiger Übung sind die meisten Kolleginnen und Kollegen in der Lage, Änderungen selbst vorzunehmen oder Seiten neu zu gestalten. Dabei haben wir den Standard-WordPress-Editor durch das Plugin „Elementor“ ersetzt. Auch einige unserer Kunden, für die wir Webseiten gebaut haben, hatten den Wunsch, dass wir Elementor als Content-Management-System nutzen.

Auch wenn wir im laufenden Betrieb die vibrio.eu selbst gestalten und verwalten, so vertrauen wir für komplexe Entwicklungsarbeiten seit vielen Jahren auf unseren Webmaster und Web-Entwickler Alexander Broy. Seine Medienagentur, die broy new media, hat unsere Website neu aufgesetzt, in jeder Hinsicht optimiert und dafür gesorgt, dass Userinnen und User schnell auf hilfreiche Inhalte für Kommunikationsmanagement, PR und Content-Marketing zugreifen können.

Fazit

Um eine neue Website aufzusetzen, empfehlen wir einen vorgelagerten Wording-Workshop, um die zentralen Nutzenversprechen zu definieren und sich vom Wettbewerb abzugrenzen. Das Design entwickelt sich aus der Definition der Unternehmens-Identität. Google und KI-Systeme lieben strukturierte Inhalte in einem Kontext, der auf die Kompetenz der Quelle hinweist. Keywords sind nach wie vor relevante Ankerpunkte für Suchmaschinen. Zur Bekräftigung der Kompetenz der Quelle dient der Content auf Corporate Blogs und Sozialen Netzwerken. Schnelle Ladezeiten der Webseiten durch leistungsstarke Web-Server sind allentscheidend für die Sichtbarkeit im Netz und ein positives Nutzer-Erlebnis. Und schließlich ist eine sichere Umgebung – Betriebssicherheit, Zugriffsschutz, höchstmöglicher Schutz vor Cyber-Attacken und zuverlässige Backup-Systeme – unbedingt erforderlich.

Illustrationen ©Screenshot vibrio.eu, Startseite

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