Die Grafik zeigt die wichtigsten Themen in der Öffentlichen Verwaltung 2025

Schwerpunkt IKT: Medien für die Öffentliche Verwaltung

Die Prüfung und Einschätzung von Publikationen sind unser Auftrag und die Basis unserer Pressearbeit. Es geht darum, unseren Kunden diejenigen Medien zu empfehlen, die für redaktionelle Fachartikel, Referenzberichte, Interviews oder für kostenpflichtige Advertorials und Anzeigen das beste redaktionelle Umfeld bieten. Die Leitfrage ist in diesem Beitrag speziell zugeschnitten auf die Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) für die Öffentliche Verwaltung (ÖV): In welchen Medien sind IKT-Anbieter am besten aufgehoben, weil sich deren Leserinnen und Leser für die Möglichkeiten und die Praxis der Digitalisierung durch IKT-Lösungen interessieren?

(Das Titelbild stammt aus dem „Themenradar 2025“, der vom 3. März 2026 datiert. Die Grafik zeigt die Einschätzung von Verwaltungsmitarbeitenden, welche IKT-Themen für sie die größte Bedeutung haben – aktuell und für die nächsten fünf Jahre. Wobei ich eine Prognose für die nächsten fünf Jahre durchaus mutig finde.) 

Die Empfehlungen, die wir kundenspezifisch erarbeiten, orientieren sich unter anderem an diesen Kriterien:

  1. Widmet sich das Medium in einem nennenswerten Umfang den Themen IKT, Digitalisierung, E-Government, Cybersicherheit oder Netzwerktechnologie?
  2. Wie groß ist die Reichweite in Zahlen gemäß Print, Website, Soziale Plattformen und anderen Angeboten wie Events und Webinaren?
  3. Wer soll laut Verlag das Medium lesen? Sind darunter diejenigen, die sich potenziell für IKT-Lösungen interessieren?

Zwei Zielgruppen für punktgenaue Pressearbeit

Seit Beginn der Digitalisierung der Öffentlichen Verwaltung beschäftigen wir uns in der Pressearbeit mit den Fach-Publikationen, die a) Investitionsentscheider in behördlichen Organisationen ansprechen und b) IT-Expertinnen und -Experten informieren, die diesen Einrichtungen beratend und/oder bei der Implementierung zur Seite stehen. Für IKT-Profis ist jedoch, das ist ergänzend zu erwähnen, vor allem die IT-Presse aus den Verlagshäusern Heise, Vogel und Co. relevanter. Die Medien der ÖV dienen ihnen eher zur Orientierung darüber, welche Themen die Branche bewegen.

Investitionsentscheider sind schwer auszumachen

Der Begriff „Entscheider“ scheint in der Öffentlichen Verwaltung nicht richtig zu passen, denn wer entscheidet wirklich über den Einkauf von IKT in einer Stadtverwaltung, im Landkreis oder im Dorf-Rathaus? Wir wissen es nicht und ich konnte mich nach der Recherche über das Beschaffungswesen in der Öffentlichen Verwaltung des Eindrucks nicht erwehren, dass es niemand weiß. Auch das Umweltbundesamt hat keine, wenigstens relativ, eindeutige Zuständigkeit im Rahmen seiner Studie über die Probleme bei der Beschaffung von instandgesetzter Hardware herausgefunden. Die Wissenschaftler haben nach etlichen Interviews mit Behörden-Mitarbeitenden ein ernüchterndes Fazit gezogen.

Kurz: Es ist mal so, mal so.

„Bei der Betrachtung der öffentlichen Beschaffung ist es zunächst wichtig zu erkennen, dass der Einkauf im öffentlichen Sektor nicht einheitlich erfolgt. Der öffentliche Sektor besteht aus einer Vielzahl von Verwaltungs- und Organisationseinheiten. Einige sind sehr groß (beispielsweise in Bund, Ländern und Großstädten), während andere sehr klein sind (beispielsweise in kleinen Kommunen). Manchmal kauft eine zentrale Beschaffungsstelle im Namen einer gesamten Organisation ein, während in anderen Fällen verschiedene Abteilungen oder Verwaltungsfunktionen für sich selbst einkaufen. Auch wer die Beschaffung tatsächlich durchführt, ist nicht einheitlich geregelt. Manchmal handelt es sich bei den Beschaffenden um qualifizierte Fachleute, die speziell für die Beschaffung zuständig sind. Ein anderes Mal ist die Beschaffung nur ein Teil von vielen umfassenderen Aufgaben eines*einer Mitarbeiters*Mitarbeiterin.“ (Quelle: „Teilbericht: Herausforderungen und Lösungsansätze für die öffentliche Beschaffung von gebrauchten IKT-Geräten“, Text-Nr. 127/2025, S. 52)

Wortwolke zur Einschätzung der Fortschritte in der Digitalpolitik
Die Einschätzung von Mitarbeitenden in der Öffentlichen Verwaltung ist klar. Unter den positiven Aussagen findet man bei genauerem Hinsehen "Besser als nichts" und "Geht so".

Wenige sind erkennbar spezialisiert

Weil es keine oder kaum zentrale Einkäufer oder Einkaufsabteilungen in behördlichen Einrichtungen gibt, spielt die Zielgruppen-Definition in den Mediadaten nur eine nachgeordnete Rolle. Im Grunde sind sie einander sehr ähnlich. Nur manchmal sind die Zielgruppen in den Mediadaten ausführlicher aufgelistet, mal in größeren Funktionseinheiten benannt. Eine echte Trennschärfe der Zielgruppen konnte ich bei zwei Medien ausmachen: „Der Gemeinderat“ und „Der Neue Kämmerer“. Manchmal sind auch die adressierten Geschäftsfelder der ÖV stärker im Fokus als andere wie es zum Beispiel bei der „Zeitung für Kommunalwirtschaft – ZFK“ der Fall ist. Hier steht unter anderem die Energie- und Versorgungswirtschaft im Fokus.

Grundlagen der Medien-Evaluation

Was nun folgt, ist keine Medienprüfung, wie wir sie für einen Kunden durchführen. Dafür würden wir schon etwas tiefer schürfen und mit unseren Kenntnissen von den thematischen Schwerpunkten der Redakteurinnen und Redakteure sowie der freien Mitarbeitenden kombinieren. Zudem fließen in die Empfehlungen gegenüber unseren Kunden immer auch die Themenschwerpunkte im Jahresverlauf ein.

Deshalb gibt es in der PR-Praxis zum Teil andere Empfehlungen für unsere Kunden, die von meiner Gewichtung mehr oder weniger abweichen.

Ich habe mich für diesen Beitrag eben nicht an den Themenschwerpunkten und Sonderausgaben orientiert, wie es für die Kundenberatung angemessen ist. Mein Interesse galt der Frage, welche Medien die Digitalisierung der ÖV und IKT-Lösungen abseits von Messen und anderen Anlässen redaktionell und kontinuierlich begleiten. Meine folgenden Platzierungen der Medien sind daher nicht für jeden IKT-Hersteller zutreffend.

Alle Angaben zu Reichweiten in Print, E-Paper, Newsletter und Followern auf Sozialen Netzwerken sind auf- oder abgerundet und keine exakten Zahlen. Auf die Größenordnung kommt es an. Sind die Zahlenangaben von unabhängiger Seite durch die IVW geprüft, ist das angemerkt. Die IVW ist die traditionsreiche „Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e. V.“ Ansonsten sind alle Zahlen die Angaben des Verlags, die nicht extern überprüft sind. Nur die Followerinnen und Follower für LinkedIn konnte ich selbst ermitteln.

Platz 1: Behörden Spiegel (IVW-geprüft)

Auf den ersten Platz setze ich den Behörden Spiegel; nicht wegen seiner enormen Reichweite der Print-Exemplare von mehr als 100.000 Exemplaren. Unter Berücksichtigung der IKT-Relevanz im Blatt würde das Leitmedium in der Öffentlichen Verwaltung eher den zweiten Rang einnehmen, hinter der Zeitschrift „E-Government“, die sich fast ausschließlich mit der IKT der Öffentlichen Verwaltung beschäftigt. Doch es ist das vom Behörden Spiegel betriebene Portal „Digitaler Staat.online“, das IKT-Themen auf vielfältige Weise behandelt. Damit hat der Behörden Spiegel dem Fokusthema eine informative Bühne und ein interaktives Format gewidmet.

Screenshot von Digitaler Staat online.

In der Mediathek können die wöchentlichen Online-Diskussionsrunden und Webinare abgerufen werden. An den Diskussionen sind Politikerinnen und Politiker ebenso wie Forschungseinrichtungen und andere externe Expertinnen und Experten beteiligt. Die kostenlose Teilnahme an den Live-Streams ist jedoch auf behördliche/öffentliche Einrichtungen im weitesten Sinne beschränkt.

Insgesamt ist das, was die ProPress Verlagsgesellschaft mit Sitz in Bonn um die Marke Behörden Spiegel aufgebaut hat, aller Beachtung wert. Die Online-Plattform „Digitaler Staat“ ist nur Teil eines Ökosystems aus Print, Newslettern, LinkedIn, TV-Formaten, Veranstaltungen, Webinaren, Sonderpublikationen, Podcasts und Praxisseminaren.
Als neueren Medien-Spross hat ProPress für die jüngeren Mitarbeitenden der ÖV im Jahr 2021 das interaktive E-Journal „Future4Public“ ins Leben gerufen. Der Verlag hat die 1985 gegründete Monatszeitschrift nach und nach zeitgemäß und kreativ ergänzt. 

Aber der Reihe nach:

Behörden Spiegel Print

Mit einer von der IVW-geprüften monatlichen Print-Verbreitung von 100.850 Exemplaren, auch wenn etwa die Hälfte Freiexemplare sind, setzt der Behörden Spiegel bei der Reichweite eine Marke, die nicht nur für die ÖV, sondern insgesamt für Branchenmedien außergewöhnlich hoch ist. Getoppt wird der Behörden Spiegel durch das „DBB-Magazin“, das zehn Mal im Jahr erscheint und eine Verbreitung von 490.000 Exemplaren erreicht. Allerdings ist das DBB-Magazin die Mitgliederzeitschrift des „DBB – Beamtenbund und Tarifunion“ und läuft daher außer Konkurrenz bei den Vereins- und Verbands-unabhängigen Medien.

Der Behörden Spiegel gliedert seinen Content laut Mediadaten in vier „Bücher“. Öffentlicher Dienst, Kommune, Digitaler Staat und viertens Sicherheit und Verteidigung. Im dritten Buch, digitaler Staat, behandelt der Behörden Spiegel die Informations- und Kommunikationstechnologie und IT-Sicherheit.

Behörden Spiegel Digital

Bei der Reichweite seiner Newsletter gibt der Verlag 600.000 „Nutzungsberechtigte“ an. Diese Formulierung, anstatt Leserinnen und Leser, wählt der Verlag, da zum Beispiel Vereinbarungen mit Organisationen getroffen wurden, dass die digitale Version in das jeweilige Intranet eingespeist werden darf. Von den insgesamt vier Themen-Newslettern widmet sich einer der IKT. Der Newsletter „Digitaler Staat und Cyber Security“ erscheint wöchentlich und wird wohl, da nichts anderes angegeben ist, an mehr als eine halbe Million „Nutzungsberechtigte“ verbreitet.

Zu den Kongressen und Veranstaltungen zählen Tagesveranstaltungen von Januar bis Mitte Dezember für Führungskräfte, Politikerinnen und Politiker, aber auch Praxisseminare für Beschäftigte in der Öffentlichen Verwaltung. Auf LinkedIn erscheint das Medium, gemessen an der Print-Reichweite, mit 11.000 Followern hingegen etwas blasser.

Die Medienfamilie des Behörden Spiegels bietet damit die komplette Bandbreite für Werbeformate in Print, Audio und Video. Allerdings sind die Anzeigenpreise im „Leitmedium in der ÖV“ entsprechend gehoben. Auch die Redaktion ist sich ihrer führenden Stellung in der Branche und des Qualitätsanspruchs durchaus bewusst. PR-Beraterinnen und PR-Berater sollten sich vor einer Kontaktaufnahme für eine redaktionelle Berücksichtigung gut überlegen, ob ihr Thema den Anforderungen des Behörden Spiegel genügt; aber das gilt ja für jeden Medienkontakt.

Platz 2: E-Government (IVW-geprüft)

Die gemäß IKT-Themen wichtigste Einzelpublikation kommt seit 2004 aus dem Hause Vogel-IT. Die „E-Government“ rangiert zwar gemäß der Verbreitung der gedruckten Ausgabe, 10.200 Exemplare monatlich, nur auf Rang 6 unserer Liste, doch bietet sie für IKT-Anbieter die größte Themenabdeckung. Streuverluste sind hier potenziell am geringsten. Das E-Paper erhalten 18.400, den Newsletter 16.300 Empfänger.

E-Government Event: Der Summit

Den großen Gesprächs- und Informationsbedarf, den persönlichen Austausch zwischen allen Beteiligten, die bei und für die Digitalisierung eine tragende Rolle spielen, bedient die E-Government durch digitale und kostenfreie Events. Der „E-Government Summit“ findet jährlich an wechselnden Orten statt. 2026 jährte sich der Summit zum 19. Mal und fand mit rund 50 Teilnehmenden aus Bund, Ländern, Kommunen, Wissenschaft und Politik in Brandenburg statt.

E-Government Podcast

Einen Podcast mit dem schönen Titel „Unbürokratisch“ bietet E-Government ebenfalls an – so wie fast alle Medien inzwischen auf der Welle der Hörbeiträge schwimmen. Monatlich widmet sich das Redaktionsteam aktuellen oder grundlegenden Themen aus der ÖV. In unterschiedlicher Länge werden Themen wie zum Beispiel die Beschlüsse des IT-Planungsrats, des ersten „Monitor Staatsmodernisierung“ vom Branchenverband Bitkom und Agentic AI Hub behandelt. Die Qualität der Podcasts ist dabei recht unterschiedlich.

LinkedIn zählt zu den wichtigsten Sozialen Plattformen für Medien und Unternehmen. Dort hat die E-Government 12.000 Follower und damit mehr als das Leitmedium Behörden Spiegel. Für die Pressearbeit auf dem Gebiet der IKT bietet E-Government den Vorteil, dass sowohl die Redaktion als auch die Leserschaft mit den technischen Aspekten der Verwaltungsdigitalisierung vertraut sind.

Platz 3: ZFK – Zeitung für kommunale Wirtschaft (IVW-geprüft)

Mit einer monatlichen Print-Verbreitung von rund 9.700 Exemplaren und einer E-Paper-Verbreitung von rund 8.700 richtet sich das Branchenmedium ZFK aus dem Berliner „VKU-Verlag GmbH“ an alle Personen, die mit der Öffentlichen Verwaltung befasst sind, vornehmlich Entscheiderinnen und Entscheider. Mit 45.000 Leserinnen und Lesern habe die ZFK die „höchste Reichweite unter den kommunalen Fachmedien“, so die Aussage des Verlags. Stolze 24.000 Follower verzeichnet die ZFK auf LinkedIn.

Die ZFK hebt sich von den anderen IVW-geprüften Medien wie dem Kommunalen Beschaffungs-Dienst (nur Freistücke) und Kommunal direkt (auch nur Freistücke) dadurch ab, dass von knapp 16.900 Exemplaren an Print und E-Paper immerhin 6.200 im Abonnement verkauft werden. Der gesamte Verkauf beläuft sich auf 12.900 Exemplare. Das weist auf eine hohe Leser-Blatt-Bindung hin.

Die Redaktion fokussiert beim Newsletter „ZFK Morning Briefing“ auf die Energie- und Versorgungswirtschaft. Er erscheint jeden Werktag und geht an 27.000 Abonnenten. Ein weiterer Newsletter ist der KI gewidmet, das „ZFK KI Briefing“. Er erscheint zweiwöchentlich. Hinsichtlich der IKT-Branche führt die ZFK die Rubrik „Digitalisierung“. Darunter werden Themen wie Breitband, IT, KI sowie Smart City und Smart Energy behandelt.

Es folgen relativ gewichtete Medien der ÖV

Die drei erstplatzierten Medien waren in der Agentur unstrittig. Doch bei allen weiteren Medien gab es unterschiedliche Meinungen und lebhafte Diskussionen. Zum Beispiel wurde ein Medium, das ich an den Schluss gestellt hatte wieder nach oben geschoben. 

Das soll Sie aber nicht weiter irritieren, denn alles Andere wäre auch merkwürdig, weil unsere Medienempfehlungen tatsächlich auf jeden Kunden individuell zugeschnitten sind – auf die Themen, die Produkte und Services. 

Innovative Verwaltung

Im Verlag „Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH“ erscheint zehn Mal im Jahr die Fachzeitschrift „Innovative Verwaltung“. Eine Website mit diesem Titel gibt es nicht. Die tatsächlich verbreitete Auflage (tvA) beträgt rund 1.900 Exemplare. Die inhaltliche Ausrichtung ist derjenigen von E-Government ähnlich. Die Themen drehen sich um das Leitmotto „modernes Verwaltungsmanagement“.

Chefredakteurin Stefanie Hüthig dazu: „Zu den Themenbereichen zählen unter anderem Organisation, Personal, Prozesse, Finanzen und Informations- und Kommunikationstechnik. Der Fokus liegt dabei auf der Digitalisierung sowie der Herausforderung, diese ganzheitlich zu entwickeln und umzusetzen.“

Die Innovative Verwaltung ist jedoch gemäß dem Zahlenvergleich mit der E-Government deutlich kleiner. Bei den Newsletter-Abonnenten gibt der Verlag 3.000 Empfänger an. Auch auf LinkedIn verzeichnet das „Fachmedium für erfolgreiches Verwaltungsmanagement“ lediglich rund 740 Follower. Und dennoch: Eine zugespitzte thematische Ausrichtung ist kein Nachteil. Sie kompensiert die geringere Reichweite. Daher zählt auch die Innovative Verwaltung für mich zu den Key-Medien für IKT-Anbieter. 

Kommunal

Die größte Reichweite eines Print-Mediums bietet nach dem Behörden Spiegel das Magazin „Kommunal“ aus dem Verlag „Zimper Media GmbH“ mit Sitz in Berlin. Die Gesamtauflage von 85.000 gedruckten Exemplaren verteilt sich zu knapp 50 Prozent auf die Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen. Es erscheint zehn Mal im Jahr.

Die Webinare, die etwa drei Mal im Monat stattfinden, sind teils kostenlos, teils beträgt die Gebühr rund 150 Euro. Sie drehen sich um Themen, die Kommunen beschäftigen wie zum Beispiel den Jahresabschluss, Buchungsvorgänge oder den Bauturbo.

Der Podcast mit dem Titel „Kommunal Perspektive“ erscheint monatlich und erfüllt, was der Titel verspricht. Es geht um kommunale Belange wie den Katastrophenschutz oder Kommunalwahlen. Die Casts dauern etwa 30 bis 40 Minuten und sind mit durchaus prominenten Gästen aus der Forschung, aber auch mit Vertreterinnen und Vertretern aus der kommunalen Verwaltung besetzt. Sie berichten aus der Praxis.

Auf LinkedIn hat „Kommunal Deutschland“ 1.900 Follower. Doch die größte Community hat die Zeitschrift auf Facebook rund 15.700 Fans. Das Branchenblatt ist auch auf Instagram präsent und informiert über WhatsApp. Die Zimper Media unterhält zudem ein Portal für die Beschaffung. Doch für IKT-Produkte und -Services sieht das Angebot mau aus. Wer Bedarfe zum Beispiel an Netzwerk-Technologie, Security- oder Dokumentenmanagement-Software hat, wird hier nicht fündig. Auch auf der Website der Kommunal halten sich die Beiträge zu IKT in Grenzen. Doch der Verlag weiß, dass er an dem Thema der digitalen Verwaltung nicht vorbeikommt. Daher gibt es den gleichnamigen monatlichen Sondernewsletter „Digitale Verwaltung“, der laut eigener Angabe stolze 44.000 Abonnenten hat.

Der neue Kämmerer (DNK)

Die Publikation aus dem Verlag „F.A.Z. Business Media GmbH – Ein Unternehmen der F.A.Z.-Gruppe, Frankfurt a. Main“ hat sich eine dezidierte Leserschaft vorgenommen. Sie wird nur vier Mal im Jahr mit der gedruckten Ausgabe beliefert. Die verbreitete Auflage beträgt laut Verlag 6.500 Exemplare. „Der neue Kämmerer“ richtet sich nach eigener Beschreibung an Finanzentscheider im gesamten öffentlichen Sektor – von der Kommune bis zur EU, darunter Kämmerer, Bürgermeister und Landräte sowie Bereichs- und Abteilungsleiter, wenn sie sich mit Finanzmanagement, Controlling, IT und E-Government beschäftigen.

Höhepunkt des Jahres ist die Veranstaltung der „Deutsche Kämmerertag“. Rund 300 Teilnehmende informieren sich dort und diskutieren in Workshops und Fachforen über die aktuellen Herausforderungen. So hat sich der „Deutsche Kämmerertag 2026“ am 28. und 29. September in Berlin in einer Fokus-Session auch mit der Cybersicherheit in Kommunen befasst. Weitere vier regionale Kämmerertage finden in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Ostdeutschland statt.

Die monatlichen Webinare sind vor allem dem Etat-Management, der digitalen Haushaltsplanung und dem Controlling gewidmet. Redaktionelle Beiträge auf der Website zur Digitalisierung sind zwar eher dünn gesät, zeigen jedoch durchaus Tiefe. Zum Beispiel wird das OZG unter die Lupe genommen und der Einsatz von KI in der Verwaltung thematisiert.

Für die beiden Newsletter, „Die DNK-Woche“ und „DNK-Top-News des Monats“, weisen die Mediadaten 6.300 Empfänger aus. Auf LinkedIn ist DNK ebenfalls aktiv und hat rund 3.500 Follower. Die Zielgruppe des DNK gehört unter den Branchenmedien für die ÖV zu denjenigen, die per Funktion und Arbeitsgebiet klar umrissen ist. Anbieter von entsprechenden IKT-Lösungen für Controlling, Haushaltsführung und Finanzmanagement haben bei der DNK die wenigsten Streuverluste.

Kommune21

Die Digitalisierung der Öffentlichen Verwaltung journalistisch zu begleiten, sei das zentrale Anliegen der Publikation „Kommune21“ aus dem Verlag „K21 media GmbH“ mit Sitz in Stuttgart. Die Monatszeitschrift richtet sich an Entscheiderinnen und Entscheider in der ÖV, die sich mit Digitalisierungsprojekten beschäftigen sowie an IT-Verantwortliche. Die Print-Reichweite beträgt zwar nur die Hälfte derjenigen von E-Government, nämlich 5.400, ist jedoch mit 8.200 LinkedIn-Followern unter den Top-4-Medien.

Beim Newsletter erreicht Kommune21 laut Verlagsangaben 2.700 Empfänger. Sie erhalten wöchentlich aktuelle Nachrichten zur Digitalisierung der ÖV.

Die Website ist eher zurückhaltend und hat mit 27 hinterlegten Dropdown- Themenfeldern eine für die Userin und den User eher unkomfortable Navigation durch die Site. Den Schwerpunkt der Berichterstattung legt Kommune21 auf sein Magazin, das als Print und/oder E-Paper für 100 bis 154 Euro pro Jahr abonniert werden kann.

KBD Kommunaler Beschaffungsdienst (IVW-geprüft)

Der „KBD Kommunaler Beschaffungsdienst“ aus dem „MuP Verlag GmbH“ mit Sitz in München erzielt mit rund 11.500 Print-Exemplaren und 1.400 E-Paper Abonnenten eine hohe Reichweite. Das Magazin erscheint neun Mal im Jahr mit drei Doppelausgaben. Im Internet ist das redaktionelle Angebot unter dem Link „kommunalclick24.de“ zu finden. Die Zielgruppen sind in einer langen Liste aufgezählt; von der Autobahndirektion, Bürgermeister, Bundes- und Landesministerien über Klärschlammbetreiber bis zu Schulämtern.

Die redaktionellen Beiträge sind jeweils mit einer Kennziffer versehen, mit deren Angabe die Leserinnen und Leser per Brief, Fax oder E-Mail weitere Informationen zum Produkt oder zum Anbieter anfordern können. KBD versendet zwei Mal in der Woche einen Newsletter. Die Anzahl der Empfänger wird in den Mediadaten aber nicht genannt.

Der Gemeinderat

Zehn Mal im Jahr erscheint „Der Gemeinderat“ mit einer Verbreitung von 12.000 Printexemplaren. Punkten kann das Magazin aus dem „PVS – Pro Verlag und Services GmbH & Co. KG“ mit 23.100 Abonnenten des wöchentlichen Newsletters.

Einer der zwölf Themenschwerpunkte ist die „digitale Kommune“. Unter dieser Rubrik sollten, so sagt es die Website, Themen wie E-Government, Cloud Computing, Dokumentenmanagementsysteme und IT-Sicherheit behandelt werden. Und das wären in der Tat genau die richtigen Anknüpfungspunkte für die IKT-Branche, um den kommunalen Entscheidungsträgern Lösungen vorzustellen.

Kommunalwirtschaft

Sechs Mal im Jahr gibt der Verlag „IMP InterMediaPro e. K.“ mit Sitz in Wuppertal das Branchenmedium „Kommunalwirtschaft“ heraus. Gedruckt werden 5.000 Exemplare, der monatliche Newsletter geht an 1.500 Abonnenten. Die inhaltliche Positionierung lautet „technisch wirtschaftliche News für kommunale Einrichtungen“ für Energie-Versorgung, Entsorgung, Verkehr und Stadtplanung, Finanzierungs- und Rechtsfragen, Freizeitanlagen, moderne Verwaltung, Facility-Management sowie Arbeits-, Sozial- und Krankenhauswesen.

Am häufigsten wird die Kommunalwirtschaft laut Verlagsangaben in Städten und Gemeinden sowie kommunalen Einrichtungen gelesen. Auf Platz drei der Leserschaft rangieren Stadt- und Wasserwerke. Diese drei Segmente ergeben rund knapp 70 Prozent der Empfängerinnen und Empfänger.

IT, Verwaltung und Security bilden zwar eine eigene Rubrik, darunter sind aber eher wenige Artikel zu finden, die sich damit ausführlicher beschäftigen.

Zusammenfassung und Fazit

Die Pressearbeit für IKT-Angebote, die sich speziell oder als Querschnittstechnologie an die Öffentliche Verwaltung richten, ist geprägt von einem unangefochtenen Leitmedium, dem Behörden Spiegel. Zwei Medien haben sich explizit dem Thema der Digitalisierung der ÖV verschrieben, die E-Government und die Innovative Verwaltung. Der Neue Kämmerer adressiert die am klarsten umrissene Zielgruppe der Finanzverantwortlichen. IKT, IT-Security, KI und viele andere IKT-Themen finden zwar bei allen Branchenmedien in den Rubriken ihre Berücksichtigung. Die Berichterstattung selbst ist jedoch unterschiedlich gemessen an der Themenbreite und -Tiefe.

Aus dieser Betrachtung der Medienlandschaft, die nicht vollständig ist, ergeben sich keine konkreten Medienempfehlungen für die Praxis. Diese werden aufgrund vieler anderer Aspekte wie den Themenschwerpunkten von Redakteurinnen und Redakteuren, den Sonderpublikationen und der Redaktionsplanung erstellt.  

Bildmaterial (Titelbild und Wortwolke) aus „Themenradar 2025“: https://www.oeffentliche-it.de/umfragen/themenradar-2025/ThemenRadar2025.pdf veröffentlicht am 3. März 2026. Von den Autoren aus: Kompetenzzentrum Öffentliche IT (ÖFIT), dem Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssystems FOKUS

Screenshot von https://www.egovernment-summit.de/ am 03.11.26 
Screenshot von https://www.digitaler-staat.online/programm/ am 03.11.26 

Beitrag teilen

LinkedIn
Facebook
Pinterest
XING
Telegram
WhatsApp
Threads
Email
Print

Weitere interessante Artikel

Ein Schreibtisch auf dem Kugelschreiber und Büroklammern und ein Taschenrechner liegen

IKT-Beschaffung in der Öffentlichen Verwaltung

Wer kauft in der Öffentlichen Verwaltung IKT-Produkte und -Dienste wie ein? Das ist nicht einfach zu beantworten. Der folgende Beitrag ist eine Skizze dessen, wie es theoretisch läuft, wie die Zuständigkeiten für Bund, Länder, Kommunen und kommunale Einrichtungen geregelt sind – oder auch nicht. Die Praxis ist dabei nicht ausgeleuchtet. Das wäre ein lohnendes Recherche-Thema für die Branchenmedien der ÖV.

Weiterlesen »
Stadt ohne Strom

Krisenkommunikation für Energieversorger. Bericht von der Leitungsbautagung 2026

Die deutsche Energiewirtschaft zeigt ein gefährliches Janusgesicht: einerseits steht sie unter den sieben KRITIS-Branchen auf Rang zwei im Ranking der am meisten von Cyber-Angriffen herausgeforderten Branchen, andererseits steht sie auf dem vorletzten Rang wenn es um das Engagement in Sachen Cyber-Resilienz geht. Dies berichtet Michael Kausch von seinem Besuch und Vortrag von der Leitungsbautagung in Dresden 2026.

Weiterlesen »

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert