Junge Frau vor einem Notebook und haelt traurig die Haende vor das Gesicht

Kein Backup, kein Mitleid

„Alles was schief gehen kann, wird auch schiefgehen.“ Murphys Gesetz schlägt bei der Datensicherung gern und erbarmungslos zu. Das Handy fällt runter. Und es ist nicht nur ein Kratzer drin, sondern direkt total hinüber. Letztes Backup? Ewig her. So schnell kann‘s gehen, so schnell sind all die wunderbaren Fotos futsch und das Leid groß. 

Am 31. März ist „World Backup Day“ und damit einer dieser Tage, die kaum zur Kenntnis genommen werden. Doch toppt dieser Aktionstag die Relevanz des „Tags der Jogginghose“ und des „Tags des Kompliments“ um Längen. Man denkt im Alltagsgetriebe nicht an Sicherung und auch nicht an Murphy. Kaputtes Smartphone, tote Festplatte und die Datenretter, denen man wirklich viel Geld spendieren würde, sagen schulterzuckend: Sorry.

Es wäre so einfach

Viele Menschen verlassen sich darauf, dass schon nichts passieren wird. Laut der Webseite „World-Backup-Day“ haben 21 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer noch nie in ihrem Leben ein Backup gemacht. Wow. Dabei machen es Cloud-Dienste wie Dropbox oder OneDrive einem so einfach wie nie, die eigenen Daten vor Verlust zu bewahren. Externe Festplatten sind auch eine sehr gute Alternative, um wirklich alle Schätze im Mega- und Gigabit-Format auf dem Laufwerk zu sichern. Menschen, denen schon mal alle Daten komplett abhanden gekommen sind, nutzen auch gerne alles zusammen, Cloud und Festplatte(n). Das ist clever.

Verteilen, verteilen, verteilen

Denn es gilt die 3-2-1-Regel. Kai Tubbesing von heise erklärt das Prinzip: Drei Kopien der Dateien sollen auf zwei verschiedenen Speichermedien gesichert werden, davon ist eines an einem anderen Ort wie beispielsweise in einer Cloud oder einem Schließfach. Es geht nämlich nicht nur um Datenverlust a la Festplatten-Crash. Es geht auch um Malware, die den Datenträger verseucht hat und um Trojaner, die die lokale Platte erpresserisch verschlüsseln. Und es gibt noch einige Gefahren mehr: Überspannung, Hardware-Defekte, Betriebssystem-Probleme und schließlich sind Userinnen und User manchmal selbst ein Problem, wenn sie mal eben Dateien auf Nimmerwiedersehen unbeabsichtigt löschen. Alles schon passiert.

Backup im Business

Backup hoch drei, das ist die Devise für Unternehmen. Die 3-2-1-Regel wird hier noch um die Null ergänzt: Sie steht für das Zero-Trust-Prinzip in der IT-Administration nach dem Motto: Vertrauen ist schlecht, Kontrolle das Beste. Die Pflicht zur redundanten Datenhaltung kennt wohl wirklich jeder Betrieb, jede Firma von mini bis maxi. Aktuell werden Storage-Strategien durch die Diskussion um die Digitale Souveränität ergänzt. Zu den nimmermüden Mahnern, dass Unternehmen doch bitteschön die Abhängigkeit von US-amerikanischen Cloud-Anbietern grundsätzlich überprüfen sollten, gehört Karl Fröhlich, Chefredakteur vom Medium speicherguide.de. Er weist auf die Dominanz der US-Anbieter von Cloud-Speichern in Deutschland und Europa hin. Der europäische Markt käme nicht so richtig hinterher, was er für fatal hält.

Fröhlich resümiert in seinem Editorial für das Sonderheft „Backup für den Mittelstand“ vom Februar 2026: „Für IT-Verantwortliche bedeutet das vor allem eines: Die Auswahl von Backup-Software wird künftig nicht mehr nur über Funktionen, Performance oder Preis entschieden. Auch Aspekte wie Rechtsraum, Anbieterstruktur und die betriebliche Kontrolle über die eigene Datensicherung fließen stärker in die Bewertung ein.“

Auch privat digital souverän?

Diese Gedanken aus dem Geschäftsumfeld, wem wir unsere Daten eigentlich zum Schutz und zur Sicherung anvertrauen, liefert durchaus einen Schlenker zurück zu den privaten Backups in den Clouds von Microsoft oder Google. Vielleicht dann eher doch eine externe Festplatte oder auch zwei? Diese Frage ausgiebig zu beantworten, überlassen wir den Fachleuten der PC- und IT-Presse. Erstmal gilt ab 31. März nur, regelmäßig Backups machen, händisch oder automatisiert, ist erstmal egal. 3-2-1- los geht’s.

Titelbild: Pixabay, CCL, von Concord9

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