Frau vor Bildschirm. Darauf ist die Benutzeroberfläche des Tools Scompler zu sehen.

vibrio begrüßt Scompler als Neukunden

Björn Bröhl im Interview mit Markus Pflugbeil – Teil I

Der Münchner SaaS-Anbieter Scompler Technologies GmbH ist neuer Kunde bei vibrio. Scompler bietet ein hochentwickeltes „Strategic Communications Operating System“ an, das bereits von mehr als 450 Unternehmen genutzt wird. Die Plattform dient allen Unternehmensbereichen mit Kommunikationsaufgaben als zentrale Planungs- und Umsetzungsplattform und sorgt damit für einen konsistenten Außenauftritt. Sie unterscheidet sich von anderen Content-Marketing-Plattformen dadurch, dass sie auch die strategische Themenplanung und daraus abgeleitete Stories abbilden kann. Sie ist also wesentlich umfassender als reine Planungs- und Publikationshilfen.

Markus Pflugbeil, Mitglied der Agenturleitung von vibrio, spricht im folgenden Interview mit Björn Bröhl, CEO von Scompler, über die Zusammenarbeit, die Zukunft der Unternehmenskommunikation im Zeitalter Künstlicher Intelligenz, das Problem der „großen Nivellierung“ und die Bedeutung eines Betriebssystems für strategische Kommunikation.

Markus Pflugbeil (vibrio): Lieber Björn, herzlich willkommen bei vibrio als Neukunde! Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit. Scompler ist im Markt für SaaS-Software für große Kommunikationsabteilungen mittlerweile eine feste Größe. Warum habt ihr euch gerade jetzt für vibrio als Agentur für die Unterstützung in den Bereichen PR und Marketing entschieden?

Björn Bröhl (Scompler): Hallo Markus, vielen Dank. Für uns ist diese Partnerschaft ein Meilenstein. Scompler hat in den letzten Jahren ein enormes organisches Wachstum hingelegt. Heute vertrauen uns über 450 Organisationen und rund 25.000 aktive Nutzer weltweit – darunter DAX-Schwergewichte, Großkonzerne, öffentliche Einrichtungen sowie gemeinnützige Organisationen mit großem Bedarf an Öffentlichkeitsarbeit. Dazu zählen unter anderem die AOK, Siemens Energy, EnBW, die Commerzbank, der ADAC, Covestro, DHL und Greenpeace. Die stolze Liste zeigt, dass unsere Plattform funktioniert. Jetzt stehen wir vor der nächsten Phase: Mit KI-Unterstützung können wir unseren Kunden verstärkt bei der strategischen Planung unterstützen. Damit wird Scompler für viele professionelle Kommunikatoren nochmal interessanter, weshalb wir mit unseren Referenzen weiter an unserer Markenbekanntheit arbeiten wollen. Zufriedene Kunden sind die besten Markenbotschafter.

Aber warum vibrio? Weil ihr eine seltene und für uns extrem wertvolle Kombination mitbringt: Erstens schätzen wir eure jahrzehntelange, tiefgehende Erfahrung in B2B-PR- und -Marketing und in den Märkten für hochgradig erklärungsbedürftige Produkte. Scompler ist kein einfaches Social-Media-Planungstool, das man in fünf Minuten erklärt. Es ist eine strategische Plattform. Wir nennen es ein Betriebssystem. Um das im Markt zu positionieren, braucht man Kommunikationsprofis, die diese Komplexität verstehen und übersetzen können. Zweitens hat uns eure eigene KI-Kompetenz überzeugt und der kritisch-progressive Umgang mit dem Thema. Wir sprechen dieselbe Sprache, wenn es um die Zukunft der Kommunikation geht.

Der CEO von der Firma Scompler sitzt an einem Tisch und lächelt. Er ist im Gespräch.
Björn Bröhl, CEO von Scompler, stellt sich den Fragen von Markus Pflugbeil zur Zukunft der Unternehmenskommunikation im Zeitalter Künstlicher Intelligenz.

Zur Person Björn Bröhl: vom Strategieberater zum Produkt-CEO

Pflugbeil: Bevor wir tiefer in die Materie einsteigen, lass uns kurz über dich persönlich sprechen. Du bist als CEO das Gesicht von Scompler Technologies. Wie sieht dein eigener Hintergrund aus, und wie balancierst du die anspruchsvolle Rolle als CEO mit deinem Privatleben?

Bröhl: Mein beruflicher Werdegang ist eine Reise vom Strategieberater zum Produkt-CEO. Ich habe meine Karriere in der klassischen Strategieberatung begonnen, wo ich gelernt habe, Organisationen, Prozesse und Geschäftsmodelle strukturell zu analysieren. Danach zog es mich zu einem großen IT-Dienstleister, bei dem ich wertvolle Erfahrungen im IT-Consulting, in der Führung komplexer Projekte und schließlich im Management sammeln konnte. Der Wechsel zu Scompler im Jahr 2018 markierte für mich dann den bewussten Schritt aus der reinen Dienstleistung hinein in das skalierbare Produktgeschäft und in ein ungleich agileres, dynamischeres Umfeld. Hier kann ich meine strategische Beratungsexpertise perfekt mit meiner Leidenschaft für Technologie und Software verbinden, um ein hochmotiviertes Team zu führen.

Privat bin ich Vater von fünf Kindern, darunter drei noch recht kleine. Das erfordert natürlich ein Organisationstalent und eine ständige Suche nach der richtigen Balance. Bei Scompler leben wir eine Kultur, die auf Teamarbeit, Vertrauen und gegenseitiger Unterstützung basiert. Diese Flexibilität, die ich meinen Mitarbeitern einräume, beanspruche ich auch für mich selbst. Nur durch diese gelebte Vereinbarkeit von Familie und Beruf kann ich die Energie aufbringen, die Scompler für seinen ambitionierten Wachstumskurs braucht. Gute Führung bedeutet für mich, Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen Menschen – mich eingeschlossen – sowohl beruflich als auch privat ihr Bestes geben können. Im Übrigen glaube ich, dass uns mit vibrio auch eine ähnliche Firmenkultur verbindet, was die Zusammenarbeit nicht nur vereinfacht, sondern auch effektiver macht.

Scompler – ein Betriebssystem für strategische Kommunikation

Pflugbeil: Scompler positioniert sich als „Betriebssystem für strategische Kommunikation“. Das ist ein starker Begriff. Was genau kann Scompler, und welches fundamentale Problem löst die Plattform in Unternehmen?

Bröhl: Das Kernproblem moderner Kommunikation ist nicht mangelndes Talent, fehlende Motivation oder ein Defizit an Tools. Es ist struktureller Natur. In den letzten Jahren haben Organisationen ihre Kommunikation massiv auf Output, Geschwindigkeit und Kanalvielfalt optimiert. Die Folge: Die Menge an Inhalten wächst exponentiell, aber die Wirkung, die Aufmerksamkeit und das Vertrauen halten damit nicht Schritt. Geschwindigkeit ohne Richtung erzeugt nur Lärm. Kommunikation ist heute kein linearer Prozess mehr, sondern ein hochkomplexes Zusammenspiel aus Menschen, Prozessen, Inhalten, Kanälen, Tools und Daten. Wenn dieses System fragmentiert ist, verpuffen selbst die besten Botschaften.

Genau hier setzt Scompler an. Wir bieten kein weiteres isoliertes Werkzeug für lokale Probleme, sondern ein echtes Betriebssystem für Kommunikation. Scompler stellt einen gemeinsamen, integrierten Kontext bereit. Die Plattform verbindet die strategische Ebene – also Unternehmensziele, Narrative, Kernbotschaften und Personas – direkt mit der operativen Umsetzung im Redaktionskalender, in den Workflows und in der Distribution. Wir strukturieren organisationsweit, wie Kommunikation geplant, erstellt, gesteuert und bewertet wird. Dadurch überwinden wir Silos zwischen interner und externer Kommunikation, PR, Social Media, Marketing und manchmal auch HR. Mit Scompler können Kommunikationsleute von einer rein reaktiven Produktionsrolle in eine koordinierende, wertschöpfenden Führungsfunktion wachsen.

Screenshot der Software-Oberfläche von der Software Scompler.
Mit Scompler überwinden Unternehmen das Denken und Arbeiten in Silos und realisieren eine integrierte Kommunikationsumgebung.

KI ohne strategische Struktur schafft Chaos

Pflugbeil: Das Thema Künstliche Intelligenz beherrscht die gesamte Branche. In eurem aktuellen Whitepaper warnt ihr jedoch vor einer „großen Nivellierung“ und vor „AI Slop“. Welche Rolle spielt KI bei Scompler, und wie unterscheidet sich euer Ansatz von generischen KI-Tools?

Bröhl: KI ist ein mächtiger Beschleuniger, aber sie ist auch ein zweischneidiges Schwert. Seit dem Durchbruch der generativen KI sehen wir eine regelrechte Content-Schwemme. Es ist kinderleicht geworden, Masse zu produzieren. Doch das führt zu einer dramatischen Nivellierung: Da Sprachmodelle auf Wahrscheinlichkeiten trainiert sind, schreiben sie ohne präzise Führung den statistischen Durchschnitt. Alles klingt gleich, verliert an Substanz und erzeugt beim Empfänger nur noch Ermüdung. Zudem droht der sogenannte „Model Collapse“, wenn KI-Modelle mit KI-generierten Inhalten gefüttert werden – der Output verarmt zusehends. KI erhöht die Geschwindigkeit, liefert aber keinen Kontext, keine Prioritäten und keine Verantwortlichkeit. Ohne strategische Struktur verstärkt KI nur das bestehende Chaos.

Unser Ansatz mit Scompler AI ist fundamental anders. Wir haben die KI direkt in unser strategisches Betriebssystem für die Kommunikation eingebettet. Scompler AI ist kein isolierter oder generalistischer Schreibassistent, sondern ein individueller, strategischer Sparringspartner. Sie greift auf das im System hinterlegte Fundament zu: Sie kennt eure Themenarchitektur, eure strategischen Ziele, eure Stories und definierten Personas und eure Tonalität. Dadurch kann Scompler AI bereits beim Aufbau der Strategie mitwirken. Sie analysiert beispielsweise bestehende Themenstrukturen, erkennt Lücken oder Dopplungen und schlägt konkrete Verbesserungen vor. Bei der Content-Produktion generiert sie Entwürfe, die exakt auf die Persona der Zielgruppe und das Kommunikationsziel abgestimmt sind. Und das Wichtigste: Die Kontrolle bleibt immer beim Menschen. So wird KI von einem bloßen Effizienz-Gimmick zu einem echten Treiber für strategischen Erfolg.

Klar ist auch: Unsere KI verarbeitet Daten ausschließlich in der EU, nichts fließt in öffentliche Trainingsdaten.

Die Themenarchitektur von der Software Scompler. Eine Frau sitzt vor dem Bildschirm.
Wer Kommunikation langfristig wirksam gestalten will, braucht ein tragfähiges inhaltliches Modell. Die Themenarchitektur bietet genau das: eine strukturierte Brücke zwischen Strategie und Story, zwischen Zielsetzung und Wirkung, zwischen Organisation und Umsetzung.

Teil 2 des Interviews folgt in Kürze

Im zweiten Teil des Interviews unterhalten sich Björn Bröhl und Markus Pflugbeil über die konkreten Anwendungsbereiche von Scompler, über die wichtigsten Zielmärkte und darüber, wie die Kunden Scompler konkret einsetzen. 

Quelle aller Fotos: Scompler Technologies GmbH

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